Smartphones – oder die Bewahrung der Kindheit

Einen kürzlich besuchten Vortrag des Medienexperten Uwe Buermann nehme ich zum Anlass, wichtige Argumente zum Thema Smartphones zusammenzustellen. Buermann vertritt kompromisslos die Position, dass Kinder und Jugendliche erst mit 16 ein Smartphone haben sollten – und er hat gute Gründe. [► = vertiefende Links]. 


Inhalt
1. Spiritualität – Kreativität – Unternatur?
2. Rund um die Uhr online – vom Verlust des gesundenden Schlafes
3. Die Strahlung – Gehirntumore junger Erwachsener?
4. Die Inhalte – Aushöhlung der Seele
5. Der soziale Druck
6. Datensicherheit oder der gläserne Mensch
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1. Spiritualität – Kreativität – Unternatur?

Was Buermann in seinem Vortrag im Grunde nicht erwähnt hat, weil dieser ganz andere Schwerpunkte hatte, ist im Grunde der wesentlichste von allen Aspekten – was jedoch nur von Menschen empfunden werden wird, die selbst mit großer Wahrhaftigkeit nach innerer Vertiefung und realer Spiritualität streben.

Rudolf Steiner sprach in vielen Vorträgen davon, dass mit dem Elektromagnetismus der Mensch eine ganz neue Sphäre berührt und sich ihr aussetzt: der Unter-Natur. Diese ist ein allergrößtes Hindernis für jede wahrhaft spirituelle Entwicklung. Man kann dies leugnen und man kann endlos darüber debattieren, es kommt aber darauf an, dies zu erleben. Was man erlebt, braucht man nicht mehr diskutieren.

Rudolf Steiner hat auch den Zugang zu einem wirklichen Verständnis des Christus-Wesens eröffnet – unabhängig von allen Dogmen und Konfessionen, deren Tun und Lassen im Laufe der Geschichte so viel furchtbares Unheil im Namen jenes Wesens angerichtet hat. Rudolf Steiners Vorhersage einer Wiederkunft des Christus-Wesens im Ätherischen hat sich durch ungezählte Erfahrungen von Menschen vielfach bestätigt. Welche Bedeutung dies jedoch hat und um welche Sphäre es hier eigentlich geht, dem kann man sich nur allmählich annähern. Dann begreift man immer mehr, dass man sich dieser Sphäre und diesem Wesen nur durch eine innere moralische Entwicklung und durch eine wirkliche Verwandlung des Denkens, Fühlens und Wollens nähern kann. Im Grunde geht es hier um das Wesen der Anthroposophie. Diese ist ein Entwicklungsweg, der den Menschen auch zu seinem eigenen wahren Wesen als einer inkarnierten geistigen Individualität führt. Im Laufe dieser Entwicklung gewinnt man zugleich ein immer tieferes Verständnis für jenes auferstandene Logos-Wesen, das alles Werden der Menschen seitdem innig begleitet.

Je tiefer das Streben nach innerer Entwicklung wird, desto mehr erlebt man, dass das mit den Bildschirmen und den Kräften der Unter-Natur wirkende Wesen dieser Entwicklung grundsätzlich entgegensteht. Dieses Wesen will die Seele fortwährend verflachen, profanisieren, von jeder spirituellen Entwicklung abschneiden – und dies geschieht tatsächlich fortwährend. Dabei kommt es nicht einmal auf die Inhalte an, es geht um die wirkende Unter-Natur an sich!

Die Inhalte kommen noch dazu. Wie unendlich viel Phantasiekräfte und wirkliche, innere Kreativität verlieren Kinder und Jugendliche, die nicht mehr eigenständig aktiv werden, sondern dem Sturzbach der Medienreize erliegen: Youtube-Videos, Filme, Serien, Spotify-Songs, Facebook, Chatten, SMS und, und, und. Gehen aus diesem „Genuss-Modus“, der zur völligen Passivität verführt, irgendwann selbstständig denkende, fühlende und wollende Menschen hervor, die eine Liebe zum Guten im Herzen tragen und sich für eine andere Welt einsetzen? Nein, diese innere Kraft wird ihnen von dem, was wesenhaft und inhaltlich von den Maschinen ausgeht und sie fasziniert und fesselt, geradezu entrissen. Die Seele wird nicht bereichert, sie wird ausgehöhlt, und zwar schleichend.

Mieke Mosmuller: Lebendiges Denken. Christus und das menschliche Denken. Occident 2015.
Mieke Mosmuller: Der Heilige Gral. Occident 2007.
Aljoscha Jelinek: Hier bin ich Gott, hier darf ich´s sein (salopper Essay über die wahre Wirkung des Internet)

2. Rund um die Uhr online – vom Verlust des gesundenden Schlafes

Viele Kinder und Jugendliche sind, sobald sie ein Smartphone besitzen, 24 Stunden rund um die Uhr online. WhatsApp ist immer aktiv. Es kann sein, dass die Kinder bis spätabends oder sogar nachts chatten – aber selbst wenn sie dies nicht tun: Studien haben gezeigt, dass mit dem Smartphone im Schlafzimmer der Schlaf unruhig wird und die Tiefschlafphasen gravierend gestört werden. Unbewusst wartet das Gehirn auf den nächsten Anruf, die nächste Nachricht...

Sogar die kurzwelligen Strahlen der Bildschirmbeleuchtung suggerieren dem Gehirn, es sei Tag. Die Handy-Nutzung bis zum Schlafengehen oder selbst ein versehentlicher oder absichtlicher Blick zum Handy im Halbschlaf beeinträchtigt die Schlafqualität daher ebenfalls massiv.

Was dies alles bedeutet, muss man wohl kaum jemandem genauer erklären: Die Tiefschlafphasen sind diejenigen Phasen, ohne die es überhaupt keinen gesundenden Schlaf gibt. Fallen diese weg, verliert der Schlaf vollkommen jene Qualität, die wir so selbstverständlich voraussetzen. Vielleicht zeigen sich die Folgen sehr schnell, durch Unausgeschlafenheit, Gereiztheit und so weiter. In jedem Fall aber sind langfristige gesundheitliche Schäden vorprogrammiert. Und natürlich lernen Kinder ohne gesunde Tiefschlafphasen viel schlechter – denn auch das Lernen findet unter anderem im Schlaf statt! Das Smartphone im Schlafzimmer führt also ganz schlicht zu radikalen Eingriffen in die gesamte Biografie!

"Für jedes einzelne Kind bedeutet das Dauerbefeuerung, am konkreten Beispiel einer 14-jährigen Schülerin: Seit einem halben Jahr nutzt sie Whatsapp, in der Zeit hat sie exakt 33.442 Nachrichten gesendet und 51.012 Nachrichten erhalten. Das sind 184 Mitteilungen, die sie jeden Tag absetzt, und 280, die sie erhält. Jeden einzelnen Tag." (Macht WhatsApp unsere Kinder doof? FAZ, 25.2.2014 ). 

Handys im Schlafzimmer bergen gesundheitliche Risiken.
Schlafstörungen durch Smartphones und Tablets.

3. Die Strahlung – Gehirntumore junger Erwachsener?

Die Realität der Handystrahlung und ihrer Gefahren ist eine Tatsache – auch wenn sie nach wie vor heruntergespielt wird, wie es ja jahrzehntelang auch mit dem Rauchen geschah, obwohl alles längst bekannt war. Eine mächtige Industrie kämpft auch jetzt wieder dafür, dass die Gefahren nicht bekannt werden, dass sie bis zuletzt bagatellisiert werden.

Selbst Prof. A. Lerchl, ehemaliger Vorsitzender der Strahlenschutzkommission, der bisher die Unschädlichkeit der Handystrahlung vertrat, entdeckte in einer aktuellen Studie, dass elektromagnetische Strahlung die krebserregende Wirkung von Substanzen verstärkt.

Es kann sehr gut sein, dass die Generation unserer Kinder die erste sein wird, in der schon Ende zwanzig Fälle von Gehirntumoren auftreten werden. Spätestens dann könnte sehr schnell ein Smartphone-Verbot bis 16 zum Gesetz werden... Seien wir weiser und vorsichtiger als der Gesetzgeber: Bewahren wir die jungen Menschen, die noch mitten im Wachstum sind, schon jetzt so lange wie möglich vor den gefährlichen Strahlen!

Höhere Tumorraten durch elektromagnetische Felder.
Stellungnahme von Prof. Adlkofer zur Lerchl-Studie (März 2015!).
Grenzwerte für Hochfrequenzstrahlung als Ergebnis institutioneller Korruption.
DNA bricht je nach Sponsor.

4. Die Inhalte – Aushöhlung der Seele

Das Internet ist ein Moloch – und Sie können sicher sein, dass die schlimmsten Inhalte ihren Weg zu zahllosen Kindern und Jugendlichen finden werden. Sex, Gewalt, Brutalität, das ist nur die Spitze des Eisberges. Der weitere Eisberg besteht aus Profanität, Sinnlosigkeit, Oberflächlichkeit. Alles zielt auf eine Vernichtung jeglicher feinerer und tieferer Seelenempfindungen. Wer bereits süchtig ist, kann dies immer wieder in Abrede stellen, er hat gar keinen Vergleich mehr. Vergleichen können nur noch diejenigen, die es halbwegs geschafft haben, sich noch etwas „außerhalb“ zu halten.

Nehmen Sie einmal an, Mordvideos geköpfter Geiseln der IS machen im Internet die Runde. Selbstverständlich wird der eine oder andere junge Mensch davon erfahren und diese Videos aus Interesse finden. Wenn er noch nicht völlig brutalisiert ist, wird ein tiefes Trauma die Folge sein. Um dieses Trauma zu verarbeiten, wird er dasselbe Video vielleicht seinen Freunden unter die Nase halten... Man muss also nicht einmal Besitzer eines Smartphones sein, um dem Grauen des Internet ausgesetzt zu sein. Doch jedes Gerät mehr vervielfacht die Gefahr.

Aus Neugier kann ein Trauma werden.
Enthauptungsvideos auf Facebook erlaubt?

5. Der soziale Druck

Smartphones üben eine ungeheuerliche Faszination aus. Sind sie erst einmal im Besitz der Kinder und Jugendlichen, gibt es kein Halten mehr – man verfällt ihnen mehr oder weniger. Natürlich ist der soziale Druck und auch Sog enorm. Kaum sind die ersten Geräte aufgetaucht, bestürmen die Kinder ihre Eltern („alle haben...“). Mit jedem weiteren Kind potenziert sich dieser Dominoeffekt. Rasend schnell kommt man sich vor wie Rabeneltern, wenn man sein Kind „als einziges“ ausschließt... Vorbei ist jede Vernunft und jede besonnene Überlegung, auch jede innere Stärke und Überzeugung – und schließlich hat auch das eigene Kind ein Smartphone...

Würde man von all den Gründen, die gegen ein solches Danaer-Geschenk sprechen, schon vorher wissen – man könnte mit aller Entschlossenheit den Vorsatz fassen: Erst ab 16. Damit würde man auch vielen anderen Eltern helfen. Vielleicht schafft man es sogar, sich als ganze Klasse zu verabreden, damit der soziale Druck gar nicht erst einsetzt!

Wussten Sie, dass zum Beispiel Apple-Gründer Steve Jobs – und bei weitem nicht nur er allein – seinen Kindern kein iPad gegeben hat? Da waren diese bereits zwölf und fünfzehn (!) Jahre alt... Selbst solche Männer haben also durchaus noch ein lebendiges Empfinden davon, dass Bildschirmmedien dieser Art nicht wirklich schon in Kinderhände gehören!

Steve Jobs verbot seinen Kindern das iPad.

6. Datensicherheit oder der gläserne Mensch

Kinder und selbst Erwachsene wissen überhaupt nicht, wohin überall welche Daten von ihnen gelangen und gelangen können – und wer was mit welchen intimen Details tun könnte. Kinder können darüber hinaus nicht einmal die Folgen davon annähernd erfassen.

Facebook, Google & Co. wissen alles über uns. Sogar, was wir morgen tun.
Apps greifen ungeniert persönliche Daten ab.
Von kaputten Smartphones und gläsernen Menschen - ein Erfahrungsbericht.

Weitere nützliche Links

Macht WhatsApp unsere Kinder doof?
Liebe Eltern – eine offene E-Mail zum Thema Handynutzung.
Handynutzungsvertrag für Kinder.